Tag 6 – Wir verlassen die E4

27.07.2015- Als wir heute in unserer 10 qm-Luxussuite aufwachten, (Zitat Christian: „Luxus ist da eigentlich nur der Preis“) regnete es zur Abwechslung einmal. Aber genug typisch deutsches Gemecker über Kleinigkeiten. 🙂 Wir machten uns fertig und nutzten dann noch das Mittagsangebot des dem Vandrahem angeschlossenen Restaurants. Die „dagens rätt“ enthalten ein Hauptgericht (in unserem Fall waren es vier Rösti, Speck und Gemüse), Salat, Brot, Butter, Kaffee und ein Getränk. Für 8,40 € ist das ein echtes Schnäppchen. Gut gestärkt ließen wir die Region und den Gammelhering zurück.
Nach circa 100 km erreichten wir Umea und damit den Punkt, an dem wir die E4 verlassen und westlich weiter auf der E12 mit Endpunkt Mo i Rana in Norwegen fahren. Wie wir erwartet haben, haben wir wirklich die großen Touristenströme damit erstmal hinter uns gelassen. Lauter winzig kleine Ortschaften und sonst nur Natur. Vor Lyksele wollten wir uns nach Übernachtungsmöglichkeiten erkundigen, da es noch immer Bindfäden regnete. Meine Einwände an Christian, dass doch der Schweden-Opi, den er unbedingt befragen wollte, sicherlich kein Englisch spräche, wurde nur mit einem Abwinken quittiert. Selbst schuld, denn nun musste er drei Minuten einen nicht enden wollenden Wortschwall schwedisch über sich ergehen lassen. Dem Opi war es nämlich völlig wurstegal, dass Christian ganz offensichtlich gar nichts verstand. Waren aber bestimmt wahnsinnig wichtige Informationen.
Noch vor Lyksele fanden wir aber dann noch etwas. Der Campingplatz mit Hütten nennt sich „Gränö Beckasin“. Für ein nettes Hüttchen mit Küche, Klo und zwei Doppelstockbetten zahlen wir 15 € weniger als in dem vorherigen Zwergenzimmer. Da der Campingplatz von Wasser umgeben ist, packte Christian seine Angel aus, um gleich erneut sein Glück zu versuchen. Ich betätigte mich erneut der Suche nach Blaubeeren, die hier gerade so reif sind. Trotz Bemühungen wurden heute wieder alle Fische von uns verschont und sogar noch mit den Regenwürmern gefüttert, die wir ihnen zum Fressen dar baten. In einem Jahr gibt es deswegen bestimmt den großen Fisch-Boom. Aufgrund des mäßigen Angelerfolges ging ich noch fix auf Pilzsuche. Da ich bereits in der frühkindlichen Entwicklung väterlicherseits zum Pilzaufspüren domestiziert wurde, konnte ich in 10 Minuten genug Pilze für das Abendbrot auftreiben. Christian hatte, wie immer wenn ich Pilze finde, Angst, dass wir beide, oder noch schlimmer er alleine, sofort drauf gehen werden. Wie durch ein Wunder leben wir natürlich (noch! 🙂 ).
Als wir gerade in der Hütte noch eine Doku schauten, kam nach dem Regen zwischendurch tatsächlich die Sonne hinter den Bäumen hervor. Wir rieben uns sofort mit Sunblocker ein und rannten nach draußen, um uns in die Sonne zu hauen. Nein, jetzt mal im Ernst. Ein wunderschönes Bild. Egal, was passiert, wie das Wetter ist, das Auto immer mehr nach nassen (toten) Hund stinkt, oder man friert: Für solche Momente nimmt man alles in Kauf.

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Christian beim Angeln
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Tagesausbeute an Pilzen und Blaubeeren
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Blick aus dem Hüttenfenster
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Unser Hüttchen
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Die Sonne kommt hervor
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Einfach nur schön

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