Tag 11- Von Nordkjosbotn nach Hammerfest

01.08.2015 – Nachdem wir uns von den Schweizern Sven und Sandra verabschiedet hatten, starteten wir gegen halb 11 Uhr. Zunächst mussten wir einmal den Lyngenfjord umfahren, weil es auch hier noch keine Brücke gibt. Doch bei dem Blick auf die Berge und auf das türkisblaue Wasser war dies gar nicht schlimm. Würde das Thermometer noch 20 Grad mehr als die derzeitigen 13 Grad zeigen, würde man meinen, man wäre am Mittelmeer.
Auf der weiteren Strecke kam dann neben dem Regen eine ganz andere Wettererscheinung hinzu. Immer wieder fuhren wir durch Abschnitte mit starken Nebel. Da hier die warme Luft vom Golfstrom auf die kalte der Landmassen trifft, passiert dies hier ziemlich regelmäßig. Wir hoffen, dass wir am Nordkap dann einen der seltenen Tage mit einigermaßen klarer Sicht erwischen.
In Alta hielten wir, um im Außengelände des Alta-Museums die Felszeichnungen von Hjemmeluft anzuschauen. Die bis 6500 Jahre alten Einritzungen zeugen von der frühen Besiedlung Norwegens und zeigen verschiedene Tiere (vor allem Rentiere), Menschen, Zelte und Boote. Sie wurden 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Da man vom Parkplatz ohne Kontrolle ganz einfach in das Außengelände spazieren konnte, schenkten wir Sparfüchse uns den happigen Eintritt von 10 € pro Person.
Nach Alta wurde die Landschaft rauer. Eine beinahe schnurgerade Straße führte durch eine karge Tundralandschaft. Die Gewässer in der Gegend von Alta bis Skaidi sind enorm lachsreich, so dass Angler aus aller Welt Unsummen hinblättern, um einen begehrten Platz an den Flüssen zu bekommen. Da man an diesen Stellen den Lachs zur Saison beinahe mit der Hand heraus holen kann, ist das eigentlich keine große Leistung. Aber man muss ja zuhause im Golfclub was zu erzählen haben.
Bei Skaidi verließen wir auch die E6, um einen Abstecher auf die Insel Kvaløy in die Stadt Hammerfest zu machen. Sie galt lange Zeit als nördlichste Stadt der Welt. Dass mittlerweile auch Honnigsvåg neben dem Nordkapp das Stadtrecht erhalten hat, ist Hammerfest jedoch völlig schnuppe und wirbt weiterhin mit diesem begehrten Status. Auf dem Weg nach Hammerfest sahen wir auch endlich die Rentiere, die uns zuvor nur von den Straßenschildern her bekannt waren. Seelenruhig stehen die hier überall am Straßenrand herum und haben auch kein Problem damit, einfach mal dezent suizidal auf die Straße zu rennen. Wir sind jedenfalls ohne Rentier auf der Motorhaube in Hammerfest angekommen. Da es noch immer regnet, haben wir Gut-Wetter-Zelter uns noch einmal ein Hüttchen genommen und nach knapp 500 km und 7 Stunden Fahrt lecker Spirelli alla puttanesca gemacht. Bei 9 Grad draußen war das echt das Richtige.

Morgen werden wir erst noch Hammerfest anschauen und dann durch den Nordkapptunnel die Nordkappinsel Magerøya befahren. Ob wir direkt schon ans Nordkapp fahren, ist etwas wetterabhängig. Jetzt sind es jedenfalls nur noch 200 km. Ein echter Katzensprung.

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Kurz nach dem heutigen Start feierten wir die dritte Schnapszahl nach Fahrtbeginn
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Felsbilder von Hjemmeluft
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Rentiere sind oft zu erkennen
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Bei 10 Grad bei bester Laune

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