Tag 25 – Košrags

15.08.2015 – Etwas verkatert krochen wir gegen 12 Uhr aus dem Zelt. Gleich stellte sich das nächste Problem ein. Wir hatten tierischen Durst, aber schon in der Nacht gemerkt, dass das Leitungswasser hier nicht so doll ist. Trotz „Warnung“ im Reiseführer war es in Riga okay und so hatten wir kein Trinkwasser gekauft. Jetzt noch einmal am Mittag der neue Test – uringelb und stinkend. Obwohl die Besitzerin des Campingplatzes sich darauf verbriefte, dass das Wasser trinkbar sei, machte uns weder Geruch noch Farbe besonders an. Tatsächlich ist es höchstwahrscheinlich nur der hohe Eisengehalt des Wassers, wir waren dennoch froh, dass Christian noch eine Reserveflasche Mineralwasser fand. Aufgrund der noch immer währenden Nachwirkungen des Abends zuvor wurde der Plan, mit dem Fahrrad die 16 km zur Kapspitze in Kolka zu fahren, kurzerhand verworfen. Also ging es mit dem Auto los und wir liefen dann wenigstens noch den einen Kilometer durch den Wald zur Kapspitze. Obwohl das Wasser dort flach ist, kann es durch unterschiedliche Strömungen der Rigaer Bucht und der Ostsee tückisch werden. Auch, weil 2002 dort vier Schweden ertrunken sind, ist das Baden verboten. Obwohl es an dem Tag sonnig war, erinnern entwurzelte Bäume an der Ostseite des Kaps daran, dass das Kap normalerweise extrem vom Wind angegriffen wird.
Vor der Rückfahrt gingen wir noch in Kolka einkaufen und besorgten etwas Räucherfisch. Zurück auf dem Campingplatz verspeisten wir dann gleich den ausgezeichnet schmeckenden Rotbarsch und die zwei kleinen Plattfische. Danach lagen wir bei angenehmen 24 Grad noch etwas faul in der Sonne am Strand herum. Wann hat man schon einmal einen Ostseestrand fast für sich? Absolut keine Sardinenstimmung, sondern wirklich noch wilde, leere und saubere Strände ohne Strandkorb an Strandkorb. Herrlich! Als es am Strand zu kühl wurde, ging es dann wieder durch das kleine livländische Dorf zurück. Vom Volk der Liven stammen die meisten Letten und viele Esten ab. Durch Kreuzzüge und Besetzung ist das ehemals aus 20.000 Mitgliedern bestehende Volk heute auf nur noch 200 lebende Nachfahren begrenzt wurden, von denen die meisten am Kap Kolka leben.
Zum Abendrot gab es heute Pelmeni mit saurer Sahne und danach wanderten wir auch gleich ab, um an der Matratze zu horchen. Es waren zwei schöne, entspannende Tage in dieser menschenleeren, naturreichen Region.

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Bei schönsten Wetter um 16 Uhr - dennoch ein leerer Strand

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