Tag 29 – Vilnius

19.08.2015 – Sehr gut ausgeruht erwachten wir heute gegen halb 9 in unseren gemütlichen Betten und gingen runter, um vom Angebot des kostenlosen Kaffees und Tees des Hostels Gebrauch zu machen. Anschließend verzeichnete Christian eine Touri-Marschroute auf der Karte und dann ging es los, um diese „abzuarbeiten“. Eine eigene Route war nötig, da Vilnius geschätzte drölfzig Millionen Kirchen hat. Die Litauer hatten sich sehr lange gegen die Christianisierung im Mittelalter zur Wehr gesetzt, aber dann sind die armen Schweine doch alle katholisch geworden. In Estland und Lettland herrscht die evangelische und russisch-orthodoxe Kirche vor. Auf jeden Fall wollten wir (Gott sei uns gnädig) nicht alle Kirchen anschauen und dezimierten das Programm etwas. Erst mal ging es aber (Überraschung) zur St. Anna-Kirche mit Bernhardinerinnenkloster. Ist aber ein sehr schöner gotischer Backsteinbau. Danach stiegen wir den Gediminas-Berg zur oberen Burg auf. Dieser Gediminas war der erste und einzige König Litauens und Stadtgründer von Vilnius, was aber nicht stimmt, da es schon vor dessen Auftreten um 1320 Besiedlungen gegeben hat. Von der oberen Burg ist nur noch ein Teil der Mauer und ein Turm erhalten, den wir auch besichtigten. Ganz abgesehen von der wunderbaren Aussicht über die Stadt wird im Museum im Turm auch über die Unabhängigkeitsbewegungen Litauens informiert. Im Vorfeld des 23.08.1989 hatten Widerstandsgruppen initiiert, dass an diesem Tage eine Menschenkette von Tallinn bis Vilnius ein Zeichen gegen die sowjetische Besatzung setzen sollte. Der Plan glückte und fast 2 Millionen Bürger aller baltischer Staaten bildeten an den Händen haltend eine 650 km lange Kette- den Baltic Way of Freedom. Auf dem Kathedralenplatz endete diese Kette an dem Punkt, an dem sich heute eine Bodenplatte mit Stern und der Aufschrift „stebuklas“ (Wunder) befindet. Es heißt, wenn man sich dort dreimal im Uhrzeigersinn dreht, gehen Wünsche in Erfüllung (haben wir natürlich gemacht – sicher ist sicher).
Auf dem Kathedralenplatz steht natürlich auch die Kathedrale und das Großfürstenschloss. Beide wurden erst vor kurzem renoviert, bzw. überhaupt wieder aufgebaut und erstrahlen so in neuem Glanz. Nach Besichtigung des Präsidentenpalastes, der Universität, des Rathauses, der Michaeliskirche und der Katherinenkirche (ja, wir waren fleißige Touris), führte unser Weg mal wieder direkt in die Markthalle zum Futtern. Die enttäuschte uns aber ziemlich, denn von Auswahl und Frische konnte sie nicht mal ein bisschen mit Riga mithalten. So tranken wir nur einen Saft und gingen auf Empfehlung des Reiseführers durch das einzig erhaltene Stadttor, das Tor der Morgenröte, wieder zurück durch die kleinen Gässchen zu einem Restaurant. In dem urigen Lokal gab es nochmal diese kalte Rote-Bete-Suppe und noch etwas anderes typisches für Litauen, nämlich Schweinsohren, die hier zum Bier geknabbert werden. Die Litauer verwenden wenigstens noch alles vom Tier (auch Innereien, Füße, Schnauze und Schwanz). Natürlich ist das gewöhnungsbedürftig, aber so wird wenigstens nichts weggeschmissen. Wieder zurück im Bezirk Uzupis tranken wir noch ein Bier auf der Sonnenterasse. Der Bezirk ist wie Christinia in Kopenhagen eine Art Staat im Staat mit eigenen Präsidenten und eigener Verfassung, die zum Beispiel berechtigt, glücklich oder unglücklich zu sein, ein Dach über den Kopf zu haben oder eine Katze zu halten. Vieles ist aber in dem Künstlerviertel nicht so ernst zu nehmen, denn schließlich ist der 1. April der Staatsfeiertag. Wieder im Hostel tranken wir noch ein Bier mit Benny und Fabi und ließen den Abend gemächlich ausklingen.

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