12.08.2016 – Von Magura nach Krapets (nördliche bulgarische Schwarzmeerküste)

Heute klingelte der Wecker Punkt um 8 Uhr, denn schließlich stand heute die Mission „Führerscheinbeschaffung“ an. Leider bot sich heute nicht so ein schöner Ausblick auf die Berge, denn es war neblig und regnete in Strömen. Nachdem alle drei unter die Dusche gesprungen waren, wurde das Navi in Richtung Polizeidirektion Brasov eingestellt. Dort trudelten wir dann gegen halb 11 ein. Plötzlich hupt es hinter uns, wir parken ein und da steht der „gute Bulle“ von gestern hinter uns. Er muss auf uns seit um 10 Uhr gewartet haben, geht mit uns in die Polizeidirektion, erklärt den Beamten die Situation und erklärt uns auf englisch, was noch zu tun ist. Dort erklärt er uns auch, dass der Heil-Hitler-Chef die Situation falsch dargelegt hat. Christian bekommt heute seinen Führerschein wieder, darf aber erst ab dem 25.08.2016 einen Monat lang nicht in Rumänien Auto fahren. Weiterhin müssen wir noch heute das Land verlassen. Außerdem muss die Erklärung, dass Christian wirklich nicht noch einmal in Rumänien einreisen will, um dann hier in der verbotenen Zeit Auto zu fahren, notariell beglaubigt werden.  Das ganze muss bis 13 Uhr wieder in der Polizeidirektion sein, ansonsten müssen wir morgen wiederkommen. Jetzt geht es um die Wurst. Der englischsprachige Polizist geht mit uns in den Copyshop nebenan und erklärt der Tante, welche Kopien wir brauchen. Dann schaut er für uns den nächsten Notar aus, macht Blaulicht und Sirene an und eskortiert uns zum Notar (unter anderem auch falsch herum durch eine Einbahnstraße). Es wird klarer und klarer, dass sein Chef einfach ein völliger Arsch ist und er sich für ihn so sehr schämt, dass er es jetzt wieder gut machen will. Wir haben schon vereinbart, dass wir uns noch mal trotz der blöden Situation für seine Mühe bedanken wollen. Ohne Rumänisch-Kenntnisse wären wir nämlich auf dieser Polizeidirektion ziemlich aufgeschmissen gewesen, da kein Mensch Englisch beherrschte. Wir haben auch schon beschlossen, wenigstens ihm zu sagen, mit welchen Worten sein Chef so Leute verabschiedet. Nicht, dass wir dachten, dass es irgendetwas ändert, aber wir wollten es so nicht auf uns sitzen lassen. Kurz vorm Notar muss der Polizist plötzlich wegen eines Unfalls weg. Vielleicht müssen wir es einfach akzeptieren, dass es Idioten gibt.

Beim Notar brauchen wir einerseits eine Beglaubigung und andererseits eine englischsprachige Übersetzung des Vorfalls von einer eidesstaatlichen Übersetzerin. Wir überlegen, warum die deutsche Bürokratie immer so sehr verschrien ist, hier ist es auch nicht besser. Das ganze Prozedere beim Notar kostet noch einmal satte 125 RON. Alles in allem hat uns diese Willkürhandlung eines scheiß Bullen also 375 RON (85 Euro) gekostet. Aber gut, eine halbe Stunde, nachdem Christian alles in dreifacher Ausfertigung mit Beglaubigung und pipapo wieder in der Polizeidirektion eingereicht hat, bekommt er sein Stück Plastik namens Führerschein wieder und darf jetzt sogar wider Erwarten fahren. Obwohl das alles schon ein bisschen besser macht, hat   Christian erstmal kein Bedürfnis, so schnell wieder in Rumänien einzureisen.

Nach diesem ganzen Hickhack kamen wir erst gegen 13 Uhr in Brasov los und fuhren die Landstraße in Richtung Bukarest. Dort verhinderten wiederum mehrere Unfälle das schnelle Vorankommen. Die Ankunftszeit in Bulgarien setzte sich immer weiter nach hinten. Während sie am Anfang noch bei 18 Uhr lag, setzte sie sich langsam, aber sicher gegen 21 Uhr. Von Bukarest sahen wir nicht viel, wir wurden an einer Umgehungsstraße vorbei geleitet. Bukarest, es hat nicht sollen sein. An der Umgehungsstraße wechselten wir noch einmal den Fahrer und ich fuhr noch 100 km auf der Autobahn in Richtung Konstanta (rumänische Schwarzmeerküste). Als wir da ankamen, fuhren wir schon im Halbdunkel über die neue Donau-Schwarzmeer-Kanal-Brücke und staunten über die riesigen Verladungskräne im Hafen. Constanta und die umgebenden Orte stellen den größten Hafen im Schwarzen Meer dar.

Als wir an der Grenze zwischen Rumänien und Bulgarien bei Vama Veche ankommen, ist es schon vollständig dunkel. Die Grenzkontrolle gestaltet sich zwischen diesen beiden neueren EU-Staaten als spielend einfach, so dass wir nur schnell den Personalausweis vorzeigen, eine Vignette kaufen und die restlichen 13 km bis in das Dorf Krapets direkt am Schwarzen Meer antreten. Da es in Strömen regnet und außerdem schon kurz nach 9 Uhr ist, beschließen wir, eher ein Zimmer erst einmal zu suchen. Das finden wir dann auch glücklicherweise, schaffen schnell die Klamotten hoch und ziehen uns eine gute Portion leckeres bulgarisches Essen rein. Am Ende gibt es noch 50 ml Raki (das ist ein kleiner, Normalmaß sind 100 Gramm) für jeden und dann gehen wir nach diesem Tag, der am Ende doch noch gut ausgegangen ist, ins Bett.

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Da ist er wieder

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