19.08.2016 – 22.08.2016 – Shkoder (Albanien)

Nach dem Frühstück im Hostel starteten wir so gegen um 11 Uhr in Richtung Albanien. Unsere Hostelmama sagte uns, dass es von Pristina bis weit über die Grenze in Albanien eine neue Autobahn gäbe. So richtig glaubten wir noch nicht daran, denn wir hatten vor 2 Jahren andere Erfahrungen mit den Straßen Albaniens gemacht. Die Ost-West-Querung von Ohrid bis Dürres wurde da nämlich eine halbe Weltreise. Die Strecke dauerte zeitlich aufgrund der vielen Serpentinen, Schlaglöcher, Kühe, Pferdefuhrwerke etc. doppelt so lange wie angenommen. Aber tatsächlich, bis zur Grenze war die Straße tatsächlich autobahnähnlich. Obwohl es sich an der Grenze etwas staute, gab es zumindest nicht 12 Stationen zur Ein- und Ausreise, sondern nur zwei, so dass es, wenn man erst einmal wirklich dran war, relativ schnell ging. Nach der Grenze blieb die Straße entgegen aller Zweifel wirklich gut. Jedenfalls bis etwa 70 km vor dem Ziel, wo es schon deutlich albanischer weiter ging. Schafe, Kühe und Schlaglöcher, bei denen man sich schon fragt, ob sich da unten der Höllenschlund auftut. Hilft alles nichts, muss man halt auf die Gegenfahrbahn fahren, wo die Straße nicht 3 m auseinander klafft. Es ist nicht verwunderlich, warum „Mekanik“, „Gomisteri“ (Reifenhändler) und Lavash (Waschanlagen) die häufigsten Geschäfte sind, die man in Albanien zu Gesicht bekommt.

Dann in der nordalbanischen Stadt Shkoder treffen wir auf das übliche liebenswerte albanische Chaos. Fahrer jeglicher Verkehrsmittel von Fahrrad bis LKW drängen sich nach keinem erkennbaren System durch die Stadt. Ab und zu stehen ein paar Polizisten auf der Straße, die scheinbar den Verkehr regeln wollen, aber auf die kein Mensch Rücksicht nimmt. Wir parkten ab, da wir noch unsere Vorräte auffüllen mussten. Es gibt zwar da kleine supermarktähnliche Läden, aber das meiste wird eigentlich in einer Art Einkaufsstraße besorgt. Dort reihen sich in aufgeklappten Garagentoren Mini-Läden aneinander. Manche sind auf Fleisch, Käse oder Drogerieartikel spezialisiert, aber in den meisten bekommt man vom Duschbad, über Gasflaschen bis hin zu Lebensmitteln alles, was man sich denken kann. Übrigens bekommt man auch harten Schnaps unter der Ladentheke, von dem man höchstwahrscheinlich auch nicht blind wird. Auf jeden Fall steuerten wir gleich einen Obst- und Gemüsestand an. Für so viel Obst und Gemüse, dass wir es kaum tragen konnten, bezahlt man hier 4 €. Auf der Fahrt zum Campingplatz holten wir noch eine große Wassermelone für 30 Cent. Jetzt können wir uns gleich schon einmal bekennen: Wir haben uns schon vor 2 Jahren in das Land ein bisschen verliebt. Nicht nur wegen der billigen Preise, sondern auch wegen der vielen albanischen Dinge und Gewohnheiten, die man nicht verstehen, sondern einfach akzeptieren muss. Dauernd passieren Dinge, die für unser deutsches Verständnis einfach nur zum Kopf schütteln sind. Albanien ist einfach nicht westeuropäisch, widersetzt sich jeglichen Regeln und das macht wahrscheinlich den Reiz aus. Auf dem Campingplatz „Lake Shkodra“ waren wir schon vor 2 Jahren. Er ist von Engländern eröffnet wurden, die da echt ein schönes Ding aufgezogen haben. Christian bekannte schon wehmütig, dass die Besitzer alles richtig gemacht haben. Schön im Sommer die Touristen abfetten und im Winter macht man zu und reist in wärmere Länder. Naja, vielleicht wenn wir keinen Bock mehr auf Lehrer haben. 😉

In den zwei Tagen auf dem Campingplatz starteten wir das volle Entspannungsprogramm. Nichts machen, außer maximal ein bisschen Fußball und Karten zu spielen und den Arm zu heben, um das Bier zu trinken. Außerdem versuchten wir alle ganz fest zu verdrängen, dass es jetzt nur noch nördlicher geht. Ein bisschen aufgemuntert werden wir nur vom schönen Wetter, dass uns bei unserer Ankunft in Kaltland erwarten soll. Ansonsten lebten wir an diesen zwei Tagen eher nach dem Motto von Harald Juhnke: „Meine Definition von Glück? – Keine Termine und leicht einen sitzen.“ Wenn es nur jeden Tag so sein könnte. 🙂

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In den 70-er Jahren wurden in Albanien wurden unter der kommunistischen Herrschaft Enver Hoxhas circa 200.000 Bunker gebaut, die man heute noch an jeder Straßenecke finden kann. (wer es nicht findet- es sind die zwei runden Dingen in der Mitte und links)
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Da ist sie endlich – die Muttimatroschka. Ein großartiges künstlerisches Machwerk.
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Ein gutes „Tirana“ in Ehren kann niemand verwehren.
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Sonnenuntergang über dem Campingplatz

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