18.10.2016 – Kandy Tag 2

Heute standen wir etwas später auf, weil wir nach dem ganzen religiösen Bimbam gestern einen ruhigeren Tag einlegen wollten. Gegen 10 Uhr stiegen wir gemütlich von unserem Berg herunter und nahmen im Muslim Hotel unser Frühstück ein. Bei mir gab es ein Paratha (weiches Fladenbrot) mit Schokofüllung und bei Christian das gleiche mit Frühlingszwiebeln, Möhre und Käse gefüllt. Dafür und für je zwei frische Mangosäfte bezahlten wir etwas mehr als 5 €. Wir waren gerade fertig, da stand auch schon Deva, unser TukTuk-Fahrer da und so besorgten wir uns noch schnell ein paar scharfe Linsendinger und eine neue SD-Card für die Kamera und los ging die Fahrt in den Königlichen Botanischen Garten ein paar Kilometer außerhalb von Kandy. Dort angekommen, verabschiedeten wir uns von Deva, denn morgen fahren wir mit dem etwas schnelleren Bus zu unserem Ziel.
Der Garten ist mit 9,28 € pro Person recht teuer, deshalb planten wir, ein bisschen länger da abzuhängen. Der botanische Garten wurde 1825 gegründet und besteht hauptsächlich aus verschiedenen Bäumen. Das hört sich jetzt nicht wirklich spektakulär an. Wenn man aber bedenkt, wie groß Bäume gerade unter Einfluss dieses Klima werden können und dort auch geworden sind, sieht die Sache schon anders aus. So kann man gigantisch großen Bambus, Palmen, verschiedene Feigenarten oder Pinien sehen. Gerade weil es in Kandy besonders zur Rush Hour echt stressig und versmogt ist, bietet der Botanische Garten einen Ort, um einfach ein bisschen die Seele baumeln zu lassen. Besonders beeindruckend war ein Feigenbaum aus Java, der wie Erdbeeren immer wieder Ableger gebildet hat, die dann wiederum selbst zu Bäumen wurden. Unten kann man ein paar Bilder sehen, wie wir auf diesen überirdischen Wurzeln liegen bzw. sitzen. Unter großen Palmen wollten wir uns dann niederlassen, um ein bisschen was zu essen. Da kam ein Äffchen vorbeigeschneit, guckte neugierig und kam näher. Bis wir so richtig kapierten, dass er es auf unser Essen abgesehen hatte, war es schon zu spät. Affe 1: Apfel 0. Gerade als wir noch dem Apfeldieb beim Verspeisen seiner Beute zusahen, merkten wir, dass weitere circa 30 Affen von allen Seiten auf uns zu kamen und wir nun umringt von anscheinend hungrigen Affen waren. Unter amüsierten Blicken der Mitarbeiter traten wir kurzerhand den Rückzug an. Brenzlig wurde es nochmal, als der Oberaffe sich mit Christian anlegte (praktisch Duell Oberaffe vs. Oberaffe :D), doch anscheinend waren die Affen nicht besonders beißwütig. Ein Glück, denn gegen Tollwut hätten wir uns jetzt nicht noch unbedingt behandeln lassen wollen. Seit diesem Zwischenfall gucken wir jetzt immer ganz genau, bevor wir im Freien Essen auspacken. Als wir etwas weiter unser Glück mit dem Essen noch einmal versuchten, kam eine muslimische Familie auf uns zu. Sie wollten Fotos mit mir und allen ihren vier Töchtern einzeln und noch einmal als Gruppe. Vielleicht sollten wir langsam etwas Geld dafür verlangen. 😉 Kurz vor dem Herausgehen nach fast 4 h Aufenthalt kamen wir noch durch den Gewürzgarten des Botanischen Gartens, wo uns eine Mitarbeiterin eine Muskatnuss schenkte. Die Leute hier sind wirklich richtig nett. Man wird oft angesprochen, wo man denn herkäme, oder angelächelt. Und das nicht nur, wenn die Leute denken, dass wir ihnen Gewinn bringen können. Schade, dass Sri Lanka derzeit immer mehr auf Luxustourismus setzt. Was bringt das Geld, wenn nur noch Leute kommen, die sich einen Scheißdreck für die Menschen und ihre Kultur hier interessieren?
Wieder in Kandy ließen wir uns vom TukTuk beim Eisladen „Cool Corner“ absetzen. Der Eisladen lehnt sich an eine taiwanische Erfindung an. Wir bestellten einmal Apfel-Zimt-Eis und einmal Schoko-Erdnuss-Eis. Die Masse für das Eis wird zuerst im Mixer hergestellt. Dann wird die Mischung flüssig auf eine Kälteplatte gekippt. Dadurch wird das Eis wie ein Pfannkuchen immer härter. Es wird mehrmals durchgemischt und dann in Kugeln serviert. Der Geschmack ist himmlisch, wir wollen jetzt nie wieder anderes Eis. Mit mindestens 1000 kcal mehr, gingen wir hinüber zum Hindutempel. Auf diese Idee hatte uns der tamilische TukTuk-Fahrer Deva gebracht und wir fanden, dass wir auch dieser Kultur näheres Interesse schenken sollten. Auch hier muss man die Schuhe ausziehen und Schultern und Knie bedecken. Zusätzlich wäscht man sich noch Hände und Füße (kann ja nicht schaden). Das Äußere und das Innere des Tempels sind teilweise noch im Rohbauzustand, doch die Malereien, die schon vorhanden sind, strahlen dafür umso mehr vor Farbenprächtigkeit. Im Tempel sind überall kleine Schreine mit HIndugöttern, vor denen die Gläubigen beten. Einer der Schreine war geöffnet und dort wurde im Halbkreis sitzend mit dem Brahmanen gebetet. Wir merkten vor allem eins, nämlich dass wir uns noch nicht gut genug mit dem Hinduismus auseinander gesetzt haben, um auch nur ansatzweise zu verstehen, was da vor sich geht. Aber man hat ja noch Zeit zum Lernen.
Anschließend machten wir noch einmal oben in der Pension eine kurze Pause, um dann mit neuer Energie uns dem Essen zu widmen. Wir wollten heute gerne Reis und Curry essen, aber in dem vegetarischen Restaurant, in dem wir waren, gab es dies nur bis 15 Uhr. Der Kellner interpretierte unsere darauf folgende Ratlosigkeit scheinbar so, uns einfach irgendwas auf drei großen Platten vorbei zu bringen. Also gab es „zwangsweise“ zwei verschiedene Brotsorten mit Curry und Dips. Etwas ungewöhnlich, aber es hat sehr lecker geschmeckt und für 3,47 € mehr als satt gemacht. Zu Christians großer Unlust zwang ich ihn nach dem Essen noch in den Supermarkt, um ein bisschen Obst und Kekse zu kaufen. Weil wir so vollgegessen waren, nahmen wir das TukTuk den Berg hinauf und ließen dann den Tag noch so ausplätschern.

 

 

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Ein Stück eines Bambussegments

 

 

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Suchbild

 

 

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Große Kokosnüsse

 

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Für alle Freunde des Rausches 😉

 

 

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The Bamboo-Man

 

 

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Riesenbohne

 

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Die besagten Javafeigen

 

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Streifenhörnchen

 

 

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Der Apfeldieb

 

 

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Angriff der Killeraffen

 

 

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Leckerstes Eis aller Zeiten

 

 

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Wandgemälde im Hindutempel

 

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Hindutempel von außen – noch nicht angemalt

 


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