19.10.2016 – Tagesausflug nach Dambulla und Sigiriya

Heute klingelte der Wecker wieder früh, denn heute stand ein größerer Tagesausflug von Kandy aus an. Aus Zeitgründen ließen wir uns mit dem TukTuk zum Busbahnhof fahren. Dort wollte der klimatisierte Bus nach Dambulla gerade losfahren, nahm uns aber noch schnell mit. Glück gehabt, aber Pech, dass wir nichts mehr zu essen kaufen konnten und so nur jeder zum Frühstück 2 Minibananen und kleine Kekse hatten. Aber wenn wir gestern nicht noch einkaufen gegangen wären, hätten wir gar nichts gehabt. Also darbten wir die über 2-stündige Fahrt etwas und hauten uns dann nach Ankunft in Dambulla in einem echt kleinen, etwas schmuddeligen „Restaurant“ um 10 Uhr verschiedene vegetarische Currys und Reis hinter die Binde. Die ganze riesige Portion + Wasser gab es für den unschlagbaren Preis von 2,35 €. So gestärkt ließen wir uns mit dem TukTuk zum etwa 3 km entfernten Höhlentempel „Rangiri Vihara“ bringen. Dort gab es diesen Monat warum auch immer freien Eintritt. Überraschend war auch, dass wir davon ausgegangen waren, dass man bei einem Höhlenkloster von unten in den Berg hinein geht. Weit gefehlt, das wäre ja auch zu einfach. Erst einmal muss man über Treppen bei einer Mordshitze über 200 Höhenmeter nach oben kriechen, um zum Eingang zu kommen. Ein bisschen unangenehm ist das schon, seine Schuhe inklusive des Aromas vom halbstündigen Aufstieg bei drölfhundert Grad dann vor dem Tempel abzugeben. Das Höhlenkloster ist über 2000 Jahre alt und immer mehr erweitert wurden. In den fünf Grotten findet man Buddhastatuen, Buddhastatuen und noch einmal Buddhastatuen – mal liegend, mal sitzend, mal stehend. Ein Personenkult ohne Ende. Beeindruckend, mit welcher Hingabe die zahlreichen Figuren und Wandmalereien entstanden.

Wieder unten am Berg war alle Stille vom Kloster verschwunden und es ging wieder hinein in den Smog und die Hektik Dambullas. Wir hatten beschlossen, nicht mit dem TukTuk für 8 € nach Sigiriya zu fahren, sondern den öffentlichen Bus für wenige Cent zu nehmen. Auch von dem TukTuk-Fahrer, der uns zum Busbahnhof brachte, ließen wir uns nicht beirren. Wir sind doch keine dummen Touristen, das schaffen wir schon, dachten wir. Der Bus stand auch schon da, wir stiegen ein und los ging die Fahrt. Los ging die Fahrt bis 20 m aus dem Busbahnhof heraus. Dort stand der nicht klimatisierte Bus erst einmal 15 Minuten, bevor es weiter ging. Weiter ging es wieder 500 m, der Bus hielt wieder. Man muss sich jetzt vorstellen, was für Temperaturen in einem vollen, stehenden, nicht klimatisierten Bus erreicht werden, wenn es draußen feucht-warme 30 Grad sind. Warum wir nicht einfach ausstiegen? 1. Man dachte ja, es würde gleich weiter gehen. 2. Man hatte Angst, die Sitzplätze zu verlieren, wenn er doch weiterfuhr, während wir uns versuchten, an den Leuten vorbei zu quetschen. 3. Sauna-Effekt – Kennt ihr das, ihr sitzt in der Sauna, aber wollt nicht als erstes aufgeben? Ersetze Sauna durch Bus. 4. Pure Selbstgeißelung. Drei Kilometer vor dem Ziel gaben wir schließlich nach ständigen Zwischenhalten und einer dreiviertel Stunde in diesem Höllenloch von Bus auf und stiegen irgendwo in der Pampa völlig desolat aus. Dort wurden dann erst einmal die gesamten Vorräte an Wasser und Cola aufgekauft und weiter ging es mit hocherhobenen Kopfe mit TukTuk.
Dieses setzte uns am Eingang zum Gelände des so genannten Löwenfelsens ab. Es handelt sich um einen 200 m aus der Ebene steil empor ragenden Felsen, auf dem einst eine Festung stand. Kurze Hintergrundgeschichte: In der Königstadt Anuradhapura reißt der aus einer Liebschaft entstandene Sohn mit seinem Cousin die Macht an sich und ermordet seinen Vater, den König. Der eigentliche Sohn des ermordeten Königs findet das ziemlich uncool und will das rückgängig machen. Gar nicht so einfach, denn die beiden Putschisten haben sich mittlerweile auf dem Löwenfelsen eine Festung gebaut, die 18 Jahre nicht eingenommen werden kann. Erst auf dem Schlachtfeld gewinnt der rechtmäßige Thronfolger über den Vatermörder. Der Vatermörder bringt sich um. Die Festung wird nicht mehr genutzt.
Die Besichtigung kostet 30 € pro Person (Christian dazu: „Man, bezahlen wir jetzt 30 €, um bei 30 Grad einen 200 m hohen Felsen zu besteigen?“ Und ich so: „Ja man, Weltkulturerbe und so. Kommt man bestimmt nicht wieder hin.“) So stärkten wir uns noch mit Avocado, Bananen und Mandarinen und dann ging es hinauf, hinauf und noch einmal hinauf. Wir haben leider nicht die Treppen mitgezählt, weil es unzählige waren und nach einer gefühlten Ewigkeit und etlichen Litern Schweiß und Tränen standen wir endlich ganz oben. Was ein Ausblick. Wir blieben eine Weile oben, schossen ein paar BIlder, genossen das kühle Lüftchen und den Blick und gingen wieder hinunter, als die nächste Gruppe von Chinesen die Ruhe durchbrach. Auf dem Rückweg schauten wir uns noch die sogenannten Wolkenmädchen an. Dies sind Zeichnungen von barbusigen Frauen, die sich circa auf der Mitte auf den Felsen gemalt befinden. Leider durften wir keine Fotos von den oberkörperfreien Schönheiten machen. Wen es interessiert, der wird bei Google fündig ;). Für den weiteren Abstieg nahmen wir noch einmal alle Kraft zusammen. Während ich mich erstmal hinsetzen musste und mangels weiterer Nahrung an Christians halbvergammelten Gummitierchen herumknabberte, die er schon ewig mit herumschleppt, organisierte er für uns ein TukTuk zurück in die Stadt Dambulla. Hier warteten wir lieber etwas länger, als einen der unklimatisierten Busse zurück nach Kandy zu nehmen. Endlich kam der richtige Bus und so ging es nach diesem langen, anstrengenden Tag wieder nach Kandy, wo wir nur noch schnell etwas aßen und dann gleich nach einer ausgiebigen Dusche in die Betten verschwanden.

 

 

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Dagoba

 

 

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Lausen

 

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Vor dem Eingang des Höhlenklosters

 

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Buddhas so weit das Auge reicht

 

 

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Der Höllenbus kurz vor der Abfahrt – hier waren noch frohen Mutes

 

 

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Leguan

 

 

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Hanuman-Legur

 

 

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Der Löwenfelsen in Sigiriya

 

 

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Die ersten der unzählbaren Stufen nach oben

 

 

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Die Hälfte ist geschafft

 

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Ganz oben

 

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Ein etwas getrübter, aber unfassbarer Blick

 

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