02.08.2017 – Von Yerevan nach Goris

Beim Frühstück im Guesthouse in Yerevan trafen wir dann doch noch die besagten Teilnehmer der Mongol Rally, auf die wir gestern Abend gehofft hatten. In dem Falle handelte es sich um drei Australier, die verrückt genug waren, an einer Rally quer durch Europa und Asien teilzunehmen. Wir verabschiedeten uns und fuhren zur „Kirche Gregor des Erleuchters“, die wir gestern nicht mehr angucken wollten und die wir auch als Treffpunkt für Franco ausgemacht hatten. Nach einer schnellen Besichtigung und Besorgung von Proviant ging die Fahrt nach Süden in Richtung türkische Grenze. Dort befindet sich das (Achtung, damit rechnet jetzt keiner) Kloster Chor Virap. Eigentlich fuhren wir dort hauptsächlich hin, um einen schönen Blick auf den „Ararat“ zu erhaschen, der mit 5137 m der höchste Berg der Türkei ist. Leider versteckte sich dieser an diesem Tag in einer Wolkenhülle, so dass wir einfach nur die Aussicht genossen und in einer der Unterkellerungen des Klosters krochen, in der man aber aufgrund der Hitze und Luftfeuchtigkeit einfach schnell wieder heraus wollte.
Die Straße führte uns weiter an der türkischen Grenze und an der Grenze zu einer aserbaidschanischen Exklave entlang. Es gab ein großes Gehupe, als ein weiterer Teilnehmer der Mongol Rally mit großer chilenischer Flagge und kurz darauf die Australier von heute morgen an uns vorbeifuhren.
Zufälligerweise hatten die beiden Autos mit Besatzung wohl das gleiche Ziel, denn wir fuhren fast zeitgleich an der Seilbahnstation „Wings of Tatev“ ein. Diese ist mit 5,7 km als die längste Kabinenbahn der Welt eingetragen. Es gab ein großes internationales Hallo mit den Chilenen und Australiern und erst einmal einen ausreichenden Austausch von Erfahrungen. Die Chilenen boten uns gleich an, uns in Santiago de Chile zu beherbergen, wenn wir nächstes Jahr da sein würden. An unterhalten war in der Seilbahn nicht zu denken, da es einige armenische Mädels vorzogen, bei jeder Überbrückung eines Mastens laut loszukreischen. Zum Glück braucht man zum Aussicht genießen keine Ohren und so kamen wir nach atemberaubenden Blicken ins Tal auf dem Berg an. Da steht – okay, noch eine Sekunde Bedenkzeit…Eine Minibar mit kostenlosen Bier und Mexikaner für Alle. Nein, Scherz – ein Kloster, was sonst. Zwar eines aus dem 9. Jahrhundert, aber wenn man nicht Experte für armenische Klöster ist, kann man da auch keine wesentlichen Unterschiede erkennen. Schön sehen die schon alle aus, aber (sorry Gott) es sind halt auch nur Klöster.
Als wir wieder herunter wollten, stellte Christian fest, dass er seine Rückfahrkarte für die Bahn verloren hatte. Das ist eigentlich unwichtig, ich wollte es nur mal erwähnen, weil ausnahmsweise nicht ich dieses Mal der Chaot war. Nach ein paar Anrufen von oben (nicht von Gott, von der oberen Seilbahnstation) konnten wir dann den spektakulären Weg nach unten wieder antreten, verabschiedeten uns von den Chilenen und Australiern und fuhren weiter nach Goris. Dort hatten wir ein Guesthouse und wurden auch gleich sehr freundlich in Empfang genommen. Da die Familie gerade ein privates Barbecue machte, gingen wir woanders essen. Für mich gab es gefüllte Aubergine und die Herren teilten sich eine riesige Portion Fleisch. Wieder zurück fragte Franco, ob wir uns zu der kleinen Familienfeier dazu setzen könnten. Ich glaube, das war denen nicht soo recht, weil sie lieber unter sich sein wollten. Vielleicht ist es nur der erste Eindruck, aber die Armenier scheinen nicht ganz so gastfreundlich zu sein wie die Georgier. Nach einer Besichtigung des kleinen Gartens inklusive Verkostung von Maulbeeren und einem Bier im Garten, zu dem der Hausherr immer mehr Trockenfisch brachte (muss man echt mögen das Zeug), gingen wir lieber wieder hoch in den Aufenthaltsraum. Mitgegeben wurden uns noch eine kleine Flache Maulbeerwodka mit 60 Umdrehungen und ein paar Salzgurken zur Abmilderung des Stoffs. Trotz des hohen Alkoholanteils war der natürlich Selbstgebrannte echt gut. Wie vom Sohn des Hausherren empfohlen, gingen wir nach dem Genuss von drei Gläsern aber lieber ins Bett.

 

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Kirche Gregor des Erleuchters in Yerevan

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Franco,  unser „crazy Maltese“
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Kloster Chor Virap, dahinter der in Wolken gehüllte Ararat
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Blick vom Kloster Chor Virap
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Auf dem Weg nach Südost-Armenien
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In der internationalen Seilbahn „Wings of Tatev“
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Blick von der Seilbahn ins Tal
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Der Beweis
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Kloster Tatev
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Christian beim Plausch mit den Aussies
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Kloster Tatev

 


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