15.08.2017/16.08.2017 – Metsovou

Nach einer hervorzüglichen Nacht und einen noch besseren Frühstück von kleinen Straßenläden um die Ecke, ging der Weg durch Griechenland weiter nach Norden in die Berge. Die gut ausgebauten Autobahnen (ohne Raststätten oder Tankstellen direkt an der Autobahn) lassen sich die Griechen gut bezahlen. Ganz perfide stehen die Mautstellen einfach ständig und verlangen nur immer Beträge von 2,50 €. Da freut man sich solange, dass es ja nur so wenig ist, bis man den zehnten von diesen Dingern erreicht und dann mal langsam das Rechnen beginnt.
Gegen um 4 Uhr kamen wir dann etwas ärmer in Metsovou an. Der gesamte Norden Griechenlands ist gebirgig, besitzt viele Seen und ist vor allem deutlich weniger touristisch.
Es gibt noch kleine, entlegene Bergdörfer mit ganz eigenen Traditionen. Oft ist es sehr schade, dass man nicht mehr Zeit hat für alle schönen Orte auf der Welt hat. In Metsovou, das etwas größer ist, machten wir am Tag der Ankunft nicht wirklich viel, außer uns zu informieren, was man so in der Gegend morgen machen könnte. Die Angebote zum Canyoning oder Wildwasser-Rafting waren leider 1,5 h Fahrt entfernt. Das hätten wir ganz sicher auch gemacht, wenn wir nicht schon fast 10.000 km auf dem Buckel gehabt hätten.
Mit der Entscheidung, morgen einfach nur etwas wandern zu können, begaben wir uns in die nächste Taverne. Die 15-jährige Tochter des Besitzers servierte uns wie ein Profi griechischen Salat, gebratene Paprika, für mich Gemista (mit Reis und Kräutern gefülltes Gemüse mit viel Olivenöl- superlecker!) und für Christian regionale Bratwürstchen. Dazu gab es griechischen Wein und zum Nachtisch noch ein Eis. Danach mischten wir uns zu den Feierlichkeiten zu Mariä Himmelfahrt etwas unter das griechische Volk, dass am Marktplatz zu hunderten traditioneller Musik lauschte. Wir hörten hauptsächlich heraus, dass das eindeutig Musik zum Tsipouro (so wird der Obstbrand auf dem griechischen Festland genannt, nur auf Kreta heißt er Raki) trinken ist. Nach zwei übervollen Doppelten voller Moonshine, der direkt mit etwas Käse und Gemüse zum „Nachessen“ kam, wankten wir, nun sehr viel griechischer geworden, in die Unterkunft.
Etwas verkatert, aber munter machten wir uns am nächsten Tag auf die Suche nach dem „Ursa Trail“. Seit ein paar Jahren findet hier ein Bergrennen über 20 km oder 40 km statt. Wir entschieden uns, den 20 km-Weg nicht zu rennen, sondern zu wandern, besorgten uns beim örtlichen Bäcker noch Wegproviant und stiefelten los. Das Problem an diesem sehr gut ausgeschilderten Weg war nur, dass es zu viele Schilder gab, wir keinen Plan hatten und deshalb die 20 km-Route nicht fanden. Die ersten 5 km stiefelten wir deshalb nur in den Randgebieten des unheimlich gebirgigen Ortes herum. So konnten wir uns zwar ständig von herüberrankenden Obst bedienen, aber an schönen Waldwegen und dazugehörigen Schatten gab es Mangelware. Nachdem wir durch den ganzen Ort gelaufen waren, fanden wir endlich die Abzweigung und machten erst einmal ein Päuschen mit Nudeln mit Tomatensauce vom Campingkocher. Danach ging es weiter bergauf, bergauf und noch einmal bergauf. Über alle die, welche da 40 km rennend in unter 4 h bewältigen, konnten wir nur (ziemlich respektvoll) den Kopf schütteln. Fast am Gipfel angekommen, beobachteten wir eine Ziegenherde im Wald, als uns auf einmal 5 ziemlich wütend aussehende, laut bellende Hirtenhunde entgegen kamen und uns umringten. Völlig geschockt sahen wir schon Schlimmes auf uns zukommen. Bevor wir sie jedoch mit ordentlich Pfefferspray würzen mussten, rief der Schäfer sie zurück. Ein entgegen kommender Läufer hatte nicht so viel Glück, denn er wurde angesprungen und fast gebissen. Nicht falsch verstehen, wir lieben Hunde, aber es gibt in vielen Ländern verwilderte oder abgerichtete Hunde, die nicht auf Streicheln aus sind und vor denen man besser einen Schutz dabei hat, wenn es kritisch wird.
Oben genossen wir noch ein bisschen Aussicht und streichelten einen (der plötzlich ganz lieben) Hirtehunde. Eskortiert vom Schäfer traten wir dann den Rückweg an. Am Ende waren es zwar keine 20 km, aber 15 km bei 700 Höhenmeter und über 35 Grad reichten uns vollkommen.
In unserer „Stamm-Taverne“ belohnten wir uns dafür mit griechischen Wein und Bier, „Horta“ (gedünstetes Grünzeug), Salat, Avgolemona (Suppe mit Ei, Zitrone und Reis), noch einmal Gemista und für Christian Schaschlik. Irgendwie tat mir die Kombination aus brennender Sonne am Tag und griechischen Wein am Abend wohl nicht so gut und so ging ich schon ohne Eis ins Bettchen. Christian ließ den letzten griechischen Abend noch bei einem Bierchen auf dem Balkon ausklingen.

IMG_20170816_135243_Fotor
Berge von Metsovou

davdavhdr

sdr
Ziegenselfie (für Frank!)
Collage_Fotor2
Temperaturen am Ende der Wanderung

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