Tag 20 – Tallin

10.08.2015 –  Schon nach 5 Stunden Schlaf erwachte ich zumindest, weil sich das Zelt langsam, aber sicher in einen Backofen verwandelte. Während ich mich heraus legte und nicht mehr schlafen konnte, dünstete Christian in Katerstimmung noch bis 12 Uhr im Zelt dahin. Dann machte ich allerdings Terror, denn ich hatte Hunger und wollte auch noch etwas von Tallinn sehen. So ergab sich nach dem Frühstück eine völlig verrückte Situation. Ich musste fix und fertig auf Christian warten, der unter Restalkahol in Sachen Langsamkeit heute scheinbar selbst ein Faultier in den Schatten stellen wollte. Während ich langsam echt ungeduldig wurde, ließ er nur solche Sprüche wie: „Ja, siehst du mal, wie das ist!“ los. Zum Ausrasten war das. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir aber dann doch in die Gänge. Weil wir schon in Helsinki so schlechte Touris waren, zogen wir heute das volle Touristenprogramm ab. Bewaffnet mit zwei Reiseführern klapperten wir in einem fünfstündigen Gewaltmarsch alle Sehenswürdigkeiten Tallinns ab. Und von denen gibt es viele im gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern. Während es am Anfang unserer Tour noch so vor Kreuzfahrt-und Busreisegruppen wimmelte, wurde es zum Glück zunehmend ruhiger. Unser Programm begann an der Stadtmauer, von der heute noch 2 km Teile der Altstadt durchqueren. Die erste Herausforderung war die Besteigung der 115 Stufen zum 64 m hohen Rathausturm, vor allem, da viele der Stufen kniehoch waren. Dann ging es weiter durch die mittelalterlichen Gassen zu Gildehäusern, Kirchen und Stadtpforten. Vorbei kamen wir auch an dem estnischen Denkmal für den Untergang der „Estonia“. Schon in Stockholm sind wir mehr durch Zufall auf das Denkmal auf schwedischer Seite gestoßen. Bei dem Fährunglück der „Estonia“ überlebten bei der Überfahrt von Tallinn nach Stockholm am 27.09.1994 nur ….. von…  Passagiere. Von dort aus ging es dann aufwärts in die Oberstadt Tallins, in der die orthodoxe Kirche, die lutherische Domkirche und zwei Aussichtspunkte über die Stadt liegen. Von dort aus konnte man gut sehen, dass außerhalb des historischen Stadtkerns auch eine Menge hochmoderner Gebäude steht. Auch das Unternehmen „Skype“ kommt aus Estland und brachte dem Land den Beinamen „E-Estland“ ein. Wieder unten in der Altstadt wanderten wir mit letzter Energie noch einen Teil der Stadtmauer ab. Alles in allen hat uns die Stadt sehr gut gefallen. Ein bisschen wie Erfurt in größer und am Meer. Als wir mit dem Bus hier angekommen waren, gingen wir noch schnell einkaufen und machten dann einen Nudelsalat mit Pesto, frischen und getrockneten Tomaten, Oliven und Rucola. Dazu gab es eine Portion frischen Lachs. Richtig lang saßen wir dann aber auch nicht mehr draußen, da uns die letzte Nacht noch etwas in den Knochen bzw. in der Leber saß. Ja, wir werden (sind?) alt! Es ist noch gar nicht so klar, wo wir morgen hinfahren. Wir wollen uns auf jeden Fall auch ein kleines bisschen abseits der großen Straßen zwischen den Hauptstädten bewegen. Vielleicht fahren wir einmal auf die estnischen Inseln. Mal schauen.

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Marktplatz und Rathaus
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Blick vom Rathausturm
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Die drei Schwestern
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Stadtmauer mit Türmen
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Eines der Stadttore
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Auf dem Aussichtspunkt in der Oberstadt
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Sonnenuntergang im Segelhafen

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