Tag 22 – Von Virtsu nach Riga

12.08.2015 – Kurz vor dem Einschlafen am gestrigen Abend bekamen wir noch Besuch im Zelt. Christian war schon weggepennt, auf einmal raschelte es im Vorzelt. Ich zog langsam den Reißverschluss auf, nichts war zu sehen, also zog ich nochmal ordentlich das Vorzelt zu und legte ich mich wieder hin. Kaum verging eine Minute, dann wieder Rascheln und Schmatzen. Ich zog nochmal auf, da glotzte mich eine Katze, die sich gerade über die nicht aufgewaschenen Teller unseres Kesselgulasches hermachte, doof an und suchte dann schnell das Weite. Sonst verging die Nacht ruhig und am Morgen nach dem Aufstehen hatten wir die gesamte Bucht für uns alleine. Bei 27 Grad hielten wir unsere Nordkap-blassen Körper in die Sonne, gingen baden und entspannten ordentlich. Erst Mittag kamen Großeltern mit ihren zwei kleinen Enkelinnen. Als sie gerade gehen wollten, kam die Frau zu uns und schenkte uns einfach so frische rote Johannisbeeren. Wir sagten brav „aitäh“ und freuten uns. Das estnische Wort für „danke“ wird übrigens wie „Eiter“ gesprochen, was uns schon bei unserem kleinen Estnisch-Sprachkurs in der Kneipe ziemlich amüsierte. Wir versuchen, in jedem Land wenigstens die Begriffe für „hallo“,“danke“,“tschüß“ und die Zahlen von eins bis drei zu lernen. Bei so vielen Sprachen sind uns da natürlich Eselsbrücken immer recht. Nachdem wir noch die Reste des Kesselgulasches gegessen hatten, packten wir langsam unser Zeug, so dass wir kurz nach 16 Uhr nach Riga aufbrachen. Die Strecke bis zur Grenze war gesäumt von Kiefernwäldern und weiten Wiesen. Christian freute sich, bis dahin schon eine Viertelstunde heraus gefahren zu haben. Doch über die Grenze in Lettland wurde der Vorsprung zunichte gemacht. Die Letten begrüßten uns mit einer Baustelle nach der anderen. Nach Riga hinein sind die Straßenbaufahrzeuge scheinbar noch nicht gekommen und so holperten wir, den größten Schlaglöchern ausweichend, durch die Hauptstadt Lettlands. Den Rigaern scheinen die Straßenverhältnisse nichts auszumachen. Sie fahren ohne Rücksicht auf Verluste durch die Stadt. Beinahe hätte ein Oberleitungs-Bus unseren Seitenspiegel mit sich genommen. Trotz Schikanen kamen wir doch kurz nach 20 Uhr auf dem Campingplatz an und bauten das kleine Zelt auf. Als wir im Supermarkt einkaufen gehen wollten, fiel uns noch eine Pizzeria auf. Die Pizzen sahen lecker aus und so bestellten wir gleich zwei Pizzen aus dem Sonderangebot. Die Lebensmittelpreise sind hier geringer als in Estland. Trotz das sich nachher erst herausstellte, dass die Sonderangebote nur für Kundenkartenbesitzer waren, bezahlten wir für zwei große Pizzen und einen Liter selbstgemachten Eistee faire 18 €. Morgen werden wir wie in Tallinn erst kurz nach Mittag starten und hoffen, dass wir dann wieder den großen Touristenmassen etwas aus dem Weg gehen können.

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Die Bucht bei schönsten Wetter
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Endlich Sonne
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Abfahrt vom Wildcampingplatz. Unser guter Golf hat uns nun schon über 6000 km in diesem Urlaub ohne zu meckern gefahren

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